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Geschichte

Neuanfang in Tübingen

Blick über die AltstadtZur Fortsetzung ihres kriegsbedingt unterbrochenen Studiums kamen 1948 einige Bundesbrüder in Tübingen zusammen, wo der Bund zunächst als „Akademischer Bund Amicitia“ wiederauflebte, ehe 1950 zum 70. Stiftungsfest die „Alte Straßburger Burschenschaft Germania zu Tübingen“ wiedergeboren wurde. Es folgten Jahre der Integration und des Wachstums in Tübingen, die vor allem durch den Erwerb des Hauses Neckarhalde 47 im Dezember 1952 gekennzeichnet waren. Erst die 60er Jahre mit ihrem Stimmungswandel zuungunsten der Korporationen allgemein veränderte auch die Lage für die Germania, zumal die Nachwuchswerbung in den 68er Jahren schwierig war. Eine erfolgreiche Unterwanderung durch links-sozialistische Studenten gefolgt vom Diebstahl wertvoller Couleurgegenstände führte schließlich zur Aufhebung der Aktivitas durch den Altherrenverband im Jahre 1970.

Nach Jahren der Stagnation gelang 1976/77 die Rekonstitution des Bundes im Widerspruch zu Zeitgeist und Massenmeinung. Seither stehen junge Studenten wieder im Verein mit Alten Herren im Einsatz für ihre Ideale, für den Glauben an die liberalen und nationalen Werte der Urburschenschaft, die bis 1989 immer mehr in die Defensive gerieten. Erst die Epochenwende 1989/90 und die Renaissance der unterdrückten Nationalstaaten brachten eine nachdrückliche Bestätigung für die Ziele der Germania. Der Glaube an die nationale Einheit war den Burschenschaftern — im Gegensatz zu manchen Politikern — nie abhanden gekommen.